Erinnerung an Ekkehart Krippendorff

geboren am 22. März 1934 in Eisenach - gestorben am 27. Februar 2018 in Berlin

 428 april 2018 Lou Marin

Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King, Jr., in den USA ermordet. Mit diesem rassistischen Mord eskalierte in den USA und vielen anderen Ländern die Revolte, an die jetzt zum 50. Mal erinnert wird. Am Abend dieses 4. April 1968 zog in Berlin ein spontaner Demonstrationszug von mehreren tausend Menschen zum Schöneberger Rathaus. Die Erinnerungsrede an M.L. King hielt damals, vor 50 Jahren, Ekkehart Krippendorff. Er sprach von dem "anderen Amerika", das "größer und besser ist als seine Regierungen und deren Politik" (E. Krippendorff: Lebensfäden. Zehn autobiographische Versuche, Verlag Graswurzelrevolution 2012, S. 250; im Folgenden: LF, 250). Zu Kings Vermächtnis meinte er später: "Uns mit diesem mutigen Visionär eines Amerika identifizieren zu können, das die großen Ideale der eigenen Revolution wieder ernst nimmt und zur Richtschnur ethisch begründeter Politik macht, gab der APO Kraft und Perspektive" (ebd.). Im damaligen Westdeutschland und in Berlin begann die StudentInnenbewegung in Wirklichkeit schon drei Jahre früher, mit dem sogenannten "Fall Krippendorff", der in die Geschichte der APO als zündendes Ereignis eingegangen ist. Weiterlesen

In memoriam Ekkehart Krippendorff

Von der Friedensforschung zur Staats- und Militärkritik

 428 april 2018 Lou Marin

Ekkehart Krippendorff, geb. 1934 in Eisenach, hat den Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs als acht- bis elfjähriger Junge noch bewusst miterlebt. Ekkehart war ein urgermanischer, typischerweise in Nazifamilien verliehener Vorname: "Teutscher als mit zwei KK und dem T am Ende ging es kaum" (Lebensfäden, S. 459, im Folgenden LF). Die Scham darüber war für ihn eine Antriebsfeder, in seinem weiteren Leben einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Er wurde zum Mitbegründer der kritischen Friedensforschung und publizierte auch für AnarchistInnen unverzichtbare Werke zur Staats- und Militärkritik. Sein gesamtes weiteres Leben lang blieb er unbeugsamer Kriegsgegner - eine beeindruckende Konsequenz, mit seiner Kindheitserfahrung produktiv umzugehen. Weiterlesen

Dario Fo erleben!

Ekkehart Krippendorff und das Theater

 428 april 2018 Ekkehart Krippendorff

Keiner seiner "Lebensfäden", so schrieb Ekkehart Krippendorff in seiner gleichnamigen Autobiographie, durchziehe seine Biographie so sehr wie das Theater, weder Literatur noch Musik, weder sein Studium noch sein Berufsleben. Von der Bühne her, "vom Schauspiel, aber auch vom Musikdrama, der Oper" (LF, 71) her, setzte er sich mit Leben und politischen Inhalten auseinander. Das Theater war ihm "ein Lebensmittel". Weiterlesen

Der Fall der Moria35 auf Lesbos

Staatliche Repression gegen den Protest von Geflüchteten an den Außengrenzen der EU

 428 april 2018 „You can't evict Solidarity“-Kampagne-Aktivist*innen

Die Situation für Geflüchtete in Griechenland hat sich in den letzten Jahren generell größtenteils verschlechtert.Die Lebenssituation der Menschen in Griechenland ist geprägt von der menschenverachtenden Austeritätspolitik der Europäischen Union. Nun sitzen nach der Militarisierung und gewaltsamen Schließung der Balkanroute 2016 zusätzlich über 60.000 Menschen in Griechenland fest. Durch die auf Abschottung zielende Migrationspolitik der EU … Weiterlesen

Noch ne Verlagsankündigung

| A

Wird auch mega! Und außerdem schreib ich hier mal längeren Text hin, ich würde mir gern mal angucken, wie das dann dargestellt wird; puh, da hat ja mehr Platz, als ich dachte – oder wird gar der komplette erste Satz dargestellt, was, wenn wir einen Autor oder eine Autorin ähnlich dem seligen Thomas Mann hätten, … Weiterlesen