„Die Täter nehmen den Tod von Bewohnerinnen in Kauf“

GWR-Gespräch mit Anna Fuchs vom Wohnprojekt "Knotenpunkt", das offenbar Ziel eines rechten Brandanschlages wurde

| Online-Redaktion

In Frankfurt und Umgebung kam es in den letzten Wochen und Monaten zu mehreren Brandanschlägen auf linke (Wohn)projekte und Autonome Zentren, wie den "Knotenpunkt", der weitgehend ausbrannte, die Wohnprojekte "Assenland" und das Hanauer "Schwarze 7", wo ein Bauwagen in brand gesetzt wurde, sowie das langjährig besetzte Haus "Au" in Frankfurt Rödelheim. Zuletzt berichteten auch die Aktivisten im Bockenheimer "Exzess" von zwei mutwillig gelegten Bränden. (Siehe Nachtrag) Die GWR sprach mit Anna Fuchs*, einer (ehemaligen) Bewohnerin des Knotenpunkts über die Folgen der Anschläge, Ermittlungsergebnisse und Selbstschutz. Weiterlesen

Grundeinkommen kontrovers

Podiumsdiskussion mit Butterwegge, Strengmann-Kuhn und anderen. Ein Bericht.

| Ines Jancar

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) findet immer mehr Präsenz im öffentlichen Raum; so nun auch am 06.12.2018 im Haus am Dom in Frankfurt. In diesem Streitgespräch traten vonseiten der Befürworter*innen des BGE der Wirtschaftswissenschaftler und Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn und die Frankfurter Caritas-Direktorin Gaby Hagmans auf. Von der Kritikerseite saßen der Ungleichheitsforscher Christoph Butterwegge und der Frankfurter … Weiterlesen

Frankreichs gelbe Seite

Anti-Macron-Bewegung legt die Wirtschaft lahm

| Lou Marin

In Frankreich hat sich unbemerkt von Eliten und Gewerkschaften eine neue soziale Bewegung formiert. Neben erfreulichen Erscheinungen trübt vor allem der Einfluss rechter Kräfte das Bild.   Seit ca. drei Wochen legen die Blockaden der sogenannten „Gelben Warnwesten“ oder „Gelbwesten“, der „Gilets Jaunes“, in Frankreich die gesamte Wirtschaft lahm. In jüngsten Berichten etwa des „Figaro Économie“ … Weiterlesen

Seien Sie kein Opfer!

Neu im Kino: Der Dolmetscher

| Nicolai Hagedorn

Mit „Der Dolmetscher“ kommt ein Film in die Kinos, der die Geschichte vom Zusammentreffen zweier Männer erzählt, die Nachkommen von Tätern und Opfern des faschistischen Terrors sind. Dabei macht er vieles richtig, als Komödie funktioniert er jedoch nicht.  Weiterlesen

Die SZ und der Aufreißer

Veronika Kracher über Pick-Up Artists, angehende Sexgötter und die Kritiklosigkeit der Süddeutschen Zeitung

| Veronika Kracher

Unter dem Titel „Wenn du weißt, welche Knöpfe du drücken musst, ist fast niemand vor dir sicher“ räumt die Süddeutsche Zeitung einem Anmach-Trainer in einem unsäglich harmlos geführten Interview viel Raum für seine misogynen Prahlereien und für Werbung für sein Buch ein. Veronika Kracher knöpft sich für die GWR Bürgerpresse und Flirt-Coach vor. Michel Vincent … Weiterlesen

Nestor Machno – Zwischen Anarchie und Gewalt

Rezension

| Mathias Schmidt

Als überzeugter und gesprächsfreudiger Anarchist wird einem häufiger die Frage gestellt, wo denn eine Anarchie jemals funktioniert habe. Dazu finden sich im deutschsprachigen Raum einige gebetsmühlenhaft angeführte Beispiele als Standardantworten: Spanien während des Bürgerkrieges, heutige Zapatisten in Mexiko und die Machnowtschina in der Ukraine sind gern erwähnte Exempel einer anarchistischen Praxis. Während man sich vor … Weiterlesen

Hambi bleibt!

 432 oktober 2018 Rüdiger Haude

Aachen, 19.9.2018 – Der Hambacher Forst („Hambi“) zwischen Köln und Aachen ist zu dem Symbol für die Klimakämpfe in Deutschland geworden. Medien in der ganzen Welt berichten in diesen Tagen über die brutale Räumung der Waldbesetzung und über die kreativen Aktionen, die eine wachsende Zahl von Klimaschützer*innen dem entgegensetzen. Alles, was hier im Rheinland passiert – jeder gefällte Baum, jeder Kampfgriff in die Augen friedlicher Protestierer*innen, jede kaltschnäuzige Lüge des NRW-Innenministers Reul – ist ein Statement in dieser symbolisch aufgeladenen, aber auch existentiellen Frage: Wollen wir dem Klima auf dem Planeten Erde noch eine Chance geben? Weiterlesen

Foto: Klaus Blödow

„Ich brauche den Zweifel“

Ein Gespräch mit Holger Isabelle Jänicke

 432 oktober 2018 Interview: Bernd Drücke

Holger Isabelle Jänicke wurde 1962 in Lübeck geboren und ist als schwer behindertes Kind in der schwäbischen Provinz  aufgewachsen. Gegen Ende seiner Schulzeit wurde er aktiv in der Friedensbewegung. In den 1980ern engagierte er sich u.a. in der Kampagne Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung in Mutlangen. In einem Interview mit GWR-Mitherausgeber Besalino erzählte er in der GWR 385 über sein Engagement im Rechtshilfebüro für Gewaltfreie Aktionen. ((1)) Daran knüpft das folgende Gespräch an, das GWR-Redakteur Bernd Drücke im Juli 2018 im Studio des Medienforums Münster mit dem Bewegungsarbeiter führte. ((2)) Holger Isabelle Jänicke ist im Vorstand des Archiv-Aktiv e.V. in Hamburg. Dort werden Dokumente, Fotos, Filme und Transparente zum gewaltfreien Widerstand gesammelt. Im Gespräch geht es um Jänickes Arbeit als Aktivist und Archivar. Außerdem um Klimawandel, Anarchismus, soziale Bewegungen und emanzipatorische Perspektiven gegen das Erstarken des Neofaschismus. (GWR-Red.) Weiterlesen