Kommt der Bürgerkrieg von rechts?

In den USA wollen neofaschistische Milizen durch Riot und Bürgerkrieg den Putsch erzwingen

 453 november 2020 Lou Marin

In den USA heute gibt es immer mehr hochgradig bewaffnete Milizen, die aus Internetforen entstanden sind, Anklänge zur US-Bürgerkriegsgeschichte, aber auch zu Computerspielen oder Sport aufweisen, aber in Wirklichkeit neofaschistisch sind. Einige traten in bewaffneten Aktionen im Wahlkampf als bewaffnete Helfer Trumps auf, andere, wie etwa die „Boogaloos“, in jüngeren Riots als rechte Beteiligte der militanten Front der antirassistischen Bewegung. Sie eint, dass sie an einem Tag X einen Bürgerkrieg in Gang setzen wollen. (GWR-Red.) Weiterlesen

Frankreich: Blankoscheck für Polizeibrutalität

Der Artikel 24 eines neuen „globalen Sicherheitsgesetzes“ verbietet die filmische Verbreitung polizeilicher Gewalteinsätze

 455 januar 2021 Lou Marin

Die von Aktivist*innen gefilmten und ins Netz gestellten Aufnahmen des Polizeimordes an George Floyd waren für die anschließende antirassistische Massenbewegung in den USA enorm wichtig. Die Bewegung schwappte nach Europa über und führte in Frankreich zur öffentlichen Anprangerung von Granatenschüssen auf Gelbwestenaktivist*innen und zur nachträglichen Skandalisierung etwa des Mordes am Warenauslieferer Cédric Chouviat, dem bei … Weiterlesen

„Sie sind nicht unschuldig“

Das Urteil gegen Griechenlands Nazipartei „Goldene Morgenröte“

 453 november 2020 Ralf Dreis, Vólos

Das Oberlandesgericht Athen hat am 7. Oktober 2020 die gesamte Führung der neofaschistischen Partei Chrysí Avgí (Goldene Morgenröte) wegen Bildung und Leitung einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Direkt nach der Urteilsverkündung griff die Polizei tausende antifaschistische Demonstrant*innen mit Tränengas, Wasserwerfern und Knüppeln an. Weiterlesen

Territorien des Widerstands

Brasilien: Anarchistische Bewegungsarbeit in Rio de Janeiros Favelas zu Corona-Zeiten

 454 dezember 2020 Timo Bartholl, Interview: Mareen Butter

Die Armenviertel Brasiliens sind nach der stacheligen Kletterpflanze Favela benannt. ((1)) Timo Bartholl lebt seit 2008 in den Favelas der Maré in Rio de Janeiros Nordstadt, wo er im Rahmen des Kollektivs Roça! in einem kleinen Stadtteilladen an Basisarbeit beteiligt ist. Wissenschaftlich knüpft er an diese Erfahrungen an und begleitet Prozesse sozialen Widerstands in Favelas im Rahmen seiner Untersuchungen, wie etwa in der Forschung zu seiner Doktorarbeit in Geographie an der UFF/Niterói, eine öffentliche Universität, an der er auch aktuell als Professor aktiv ist. Politisch verortet sich Bartholl als basisbewegter Anarchist und ist unter anderem in der Gruppe „Institut für Libertäre Studien“ (Instituto de Estudos Libertários - IEL) ((2)) aktiv. In Brasilien sind von März bis Anfang November 2020 bereits mehr als 160.000 Menschen an den Folgen der vom faschistischen Staatschef Bolsonaro kleingeredeten Covid-19-Pandemie gestorben. Mareen Butter sprach mit Timo Bartholl für die GWR über Widerstandsarbeit in Rio de Janeiros Favelas zu Corona-Zeiten, über Unterschiede zwischen sozialen Basisbewegungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und über Machtverhältnisse in Nord-Süd-Partnerschaften. (GWR-Red.) Weiterlesen

„You are fired“

Eine US-Wahlnachlese aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht

 454 dezember 2020 Johann Bauer

Viele von uns haben in „Staatsbürgerkunde“ oder „Gemeinschaftskunde“ erörtert, wie bedenklich niedrig die Wahlbeteiligung in den USA sei, Zeichen einer entpolitisierten Konsumgesellschaft oder Gefahr für die Demokratie, die durch Desinteresse ins Koma fallen könnte. 2020 haben sich mehr WählerInnen als je bei den Republikanern wie Demokraten registrieren lassen, Trump hatte mehr Stimmen auf sich vereinigt als irgend ein republikanischer Präsidentschaftskandidat vor ihm, über 70 Millionen, also noch zehn Millionen mehr als vor vier Jahren; Biden kommt auf etwa 78 Millionen WählerInnen, zwölf Millionen Stimmen mehr als Hillary Clinton 2016. Weiterlesen

Die Revolution ist eine Frau!

Proteste gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen

| Monika Kupczyk

Polen hat schon jetzt eines der strengsten Anti-Abtreibungsgesetze. Die Abtreibung ist zugelassen, wenn eine schwere Behinderung des Fötus diagnostiziert wurde, wenn die Gesundheit oder das Leben der werdenden Mutter gefährdet ist oder wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Straftat ist (Vergewaltigung, Inzest). Am 22.10.2020 erklärte das Verfassungsgericht das bislang geltende Abtreibungsgesetz mit dem Recht auf Abtreibung wegen schwerer und irreversibler fetaler Defekte für verfassungswidrig. Seither regt sich heftiger Widerstand. Weiterlesen

Kaffee oder Koka?

Selbstbestimmtes Wirtschaften als Alternative zur Drogen- und Gewaltökonomie

 450 sommer 2020 Eliseth Peña, Martin Mäusezahl

Die indigene Bewegung des Cauca im Südwesten Kolumbiens hat viel erreicht (siehe Infobox). Aktuell werden einige der von der Bewegung erkämpften Selbstverwaltungsgebiete jedoch von einer tödlichen Kombination aus ökonomischer Marginalisierung, Drogenwirtschaft und bewaffneten Gruppierungen bedroht. Vom Staat im Stich gelassen, arbeiten die Gemeinden an selbstbestimmten Alternativen. (GWR-Red.) Weiterlesen

Massenhafter Ziviler Ungehorsam, die „Antifa“ und der Trump-Faschismus

Kommentar von Lou Marin

| Lou Marin

Nachdem US-Präsident Trump “professional anarchists” bei den Black Live Matters Demonstrationen am Werk sah, hier ein Kommentar der Geschehnisse aus anarchistischer Sicht von Lou Marin. Es gibt sie noch, die anarchistische Kritik der herrschenden Medien – nicht nur die faschistoide Medienkritik von Rechts, die sich auf obskure Internet-Seiten stützt. Wer in den zwei Wochen nach … Weiterlesen