Marseille: Einstürzende Altbauten

Eine mörderische Mischung aus Klientelismus und Gentrifizierung

 439 mai 2019 Lou Marin

Marseille ist eine schöne Stadt am Mittelmeer. Davon wird in diesem Artikel aber nicht die Rede sein. Denn Frankreichs wichtigste Hafenstadt ist für seine verarmten Bewohner*innen auch mörderisch und in dieser Hinsicht innerhalb Europas wahrscheinlich nur mit Genua oder Neapel zu vergleichen. Eine tödliche Mischung aus kommunalpolitischem Klientelismus und rücksichtsloser Politik der Gentrifizierung. (GWR-Red.) Weiterlesen

Das Ende des IS?

Rojava nach dem Ende der Kämpfe. Ein Situationsbericht aus Nordsyrien

 439 mai 2019 Michael Wilk

Dr. Michael Wilk ist Notarzt und Psychotherapeut. Er reist seit 2014 regelmäßig nach Rojava/Nordsyrien, unterstützt dort den Kurdischen Roten Halbmond (Heyva sor a kurd), versorgt Verletzte, unterrichtet in Notfallmedizin und schreibt regelmäßig u.a. für die Graswurzelrevolution. Heyva sor a kurd (Hsak) betreibt Ambulanzen und Apotheken, unterstützt Krankenhäuser, versorgt die Bevölkerung in Kampfgebieten und stellt die medizinische Hilfe in Flüchtlingslagern sicher. Im April 2019 war Wilk erneut im Irak und Syrien. Weiterlesen

Das Vaterland der Anarchie?

Anarchismus und Nationalismus in Spanien zu Beginn des 20. Jahrhunderts

 438 april 2019 Martin Baxmeyer

Das Drama um die katalanische Unabhängigkeit – Tragödie oder Komödie, je nach Geschmack und Perspektive – geht in seinen nächsten Akt. Bei Drucklegung dieses Artikels war noch nicht klar, ob es dem unappetitlichen Rechtsbündnis aus konservativer Volkspartei Partido Popular, der rechtsliberalen Ciudadanos und der rechtextremen Partei Vox gelungen ist, Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE) zu Neuwahlen zu zwingen. Die durchaus eindrucksvollen Demonstrationen in Madrid und (vor allem) in Barcelona vor und während des Prozesses gegen zwölf führende katalanische Separatisten haben allerdings verdeutlicht, dass man in Spanien mit nationalistischen Ressentiments – egal ob katalanisch oder zentralspanisch – noch immer ebenso mühe- wie skrupellos Politik machen kann. Weiterlesen

„Grandiose Gewaltfreiheit“

Algerien am 11. März 2019: Bouteflika gibt auf und lässt die Wahlen verschieben. Skizze eines grotesken Militärregimes

 438 april 2019 Lou Marin

Am Abend des 11. März 2019 hat der soeben von einer weiteren Krankenhausbehandlung in Genf nach Algerien zurückgekehrte Präsident Abdelaziz Bouteflika – oder wie auch immer diejenigen, die in seinem Namen sprechen oder Briefe schreiben – auf die Präsidentschaftskandidatur am 18. April verzichtet. Die Wahlen, die auf den 18. April angesetzt waren, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein erster Erfolg für die gewaltfreie Massenbewegung. (GWR-Red.) Weiterlesen

Der Kampf ums Wasser

Griechenland: Widerstand gegen kapitalistische Verwertung

 438 april 2019 Interview: Ralf Dreis

Der Pílion ist ein Berg von 1.624 Metern Höhe, an dessen Fuß die zentralgriechische Hafenstadt Vólos mit 200.000 Einwohner*innen liegt. Die in die Ägäis ragende gleichnamige Bergkette trennt den Pagasitischen Golf vom offenen Meer. Durch seine Quellen, die klaren Gebirgsbäche, die üppige Vegetation und das an den Südhängen milde Klima, ist der Pílion bei Einheimischen wie Fremden beliebt. In der Mythologie war er als Heimat der Zentauren bekannt. Seit Jahren leistet die ‚Bewegung für das Wasser‘ erfolgreich Widerstand gegen die kapitalistische Verwertung des Pílionwassers. Ralf Dreis sprach für die Graswurzelrevolution mit María Technopoúlou (54 Jahre) und Vangélis Galanópoulos (69 Jahre). (GWR-Red.) Weiterlesen

Ökologie und Anarchismus in Polen

Ein Interview mit der Anarchistin und Öko-Aktivistin Ludwika Wykurz

 438 april 2019 Interview: Monika Kupczyk, Adrian Sekura

Graswurzelrevolution (GWR): Du bist eine Anarchistin, die sich seit Jahren für die Verteidigung von Natur und Klima einsetzt. Warum sind dir diese Probleme so wichtig? Ludwika Wykurz: Bevor ich mit Ökologie angefangen habe, hatte ich Interesse am fairen Handel und der Globalisierungskritik, also an sozialen Themen, entwickelt. Die Natur habe ich immer geliebt. Ich fühlte … Weiterlesen

„Ich hab’s dir ja gesagt“

Die Favelas in Rio de Janeiro leiden unter der Faschisierung

 438 april 2019 Mareen Butter

Nachdem im Oktober 2018 eine Mehrheit der Brasilianer*innen für Jair Bolsonaro gestimmt hatte, wurde der bekennende Faschist (1) am 1. Januar 2019 als Staatspräsident des größten lateinamerikanischen Staates vereidigt. Unter dem Titel „Brasilien nähert sich dem Faschismus – Beobachtungen einer deutschen Studentin in Rio de Janeiro“ analysierte Mareen Butter am 19. Oktober 2018 auf ihrem Blog globustrotter.com die Stimmung des „Vorfaschismus“ nach der Wahl Bolsonaros. (2) Im folgenden Artikel beschreibt sie den Alltag in den nach der stacheligen Kletterpflanze Favela benannten Armenvierteln. (GWR-Red.) Weiterlesen