Robuste oder fragile Handlungseinheit?

Ein Debattenbeitrag zur Konsensfindung

 424 dezember 2017 Jan Rolletschek

Im Oktober 2017 eröffnete Joris Kern in der GWR 422 mit seinem Artikel "Konsens als radikale Kultur von Wertschätzung, Kontakt und Verletzlichkeit" (S. 10 f.) eine Diskussion, die Katja Einsfeld im November in der GWR 423 mit ihrem Artikel "Robuste Konsenskonzepte" (S. 17) fortsetzte. Auf diese beiden Artikel bezieht sich im folgenden Beitrag Jan Rolletschek. Joris Kern antwortet im Dezember in der GWR 425. Wir freuen uns über weitere Texte und laden unsere LeserInnen ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. (GWR-Red.) Weiterlesen

BeitragFrauenpower

Geborgenheit und Frauenpower

Ein Interview mit Helga, Katja und Clara Tempel über generationsübergreifende Solidarität, Utopien und Gewaltfreien Widerstand

 506 februar 2026 Bernd Drücke

„Geborgenheit spielt eine wichtige Rolle in emanzipatorischen sozialen Bewegungen und trägt dazu bei, dass Menschen langfristig aktiv und widerständig sein können“, schreibt Clara Tempel in ihrem im Oktober 2025 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buch „Politische Geborgenheit. vor*ankommen in sozialen Bewegungen“ ((1)). Die Autorin wurde 1995 in eine anarchistisch-widerständige Familie im Wendland geboren und ist mit der Anti-Atomkraft-Sonne aufgewachsen. Die Hebamme und Sozialpädagogin Katja Tempel (* 1963) ist Claras Mutter und seit den 1980er Jahren aktiv in der Graswurzelbewegung. Neben X-tausendmal quer hat sie büchel65 
und gorleben365 mitinitiiert. Momentan koordiniert sie das Seenotrettungsprojekt CompassCollective ((2)) im Mittelmeer. Die Pädagogin und Pazifistin Helga Tempel (* 1932) ist Katjas Mutter und Claras Oma. Sie ist als gewaltfreie Aktivistin eine prägende Person der Ostermarsch- und Friedensbewegung und seit 1962 mit Konrad Tempel verheiratet. (GWR-Red.) Weiterlesen

Robuste Konsenskonzepte

 423 november 2017 Katja Einsfeld

Konsens ist eine Methode und Haltung zur Entscheidungsfindung, bei der alle Betroffenen die Entscheidung mittragen können. In der Graswurzelrevolution Nr. 422 ist in dem Artikel "Konsens als radikale Kultur von Wertschätzung, Kontakt und Verletzlichkeit" von Joris Kern eine nicht für Kompromisse offene und sehr auf Bedürfniskommunikation ausgerichtete Sichtweise von Konsens zu lesen, die Konsens als von einer bestimmten "Konsenskultur" abhängig und fragil erscheinen lässt. Wenn es wirklich so leicht wäre, eine Konsenskultur zu zerstören, wenn Konsens wirklich so fragil wäre, wäre es dann eine geeignete Haltung oder Methode, um herrschaftsarm zu organisieren und langfristige Projekte aufzubauen? Wir brauchen ein robustes und an unterschiedliche Kontexte anpassbares Konzept von Konsens, wenn wir global vernetzte und föderierte vielfältige anarchistische Gesellschaften anstreben. Weiterlesen