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Chasse aux castors... Jagd nach dem Castor

Bericht zur deutsch-französischen Castorblockade am 16. Mai 2001 in Hoenheim/Bischheim

Um 19:30 sammelten sich langsam französische und deutsche AtomkraftgegnerInnen an einem Bahnübergang in Hoenheim bei Bischheim, Nähe Strasbourg. Transparente vom frz. Netzwerk Atomausstieg, den frz. Grünen und deutschen AtomkraftgegnerInnen waren zu sehen: "Stop au retraitment, Nein zur Wiederaufarbeitung", "Kein Atommülltourismus", Flugis für AutofahrerInnen etc. Geschichten von Meldungen über die Blockaden um Hamburg und kleine Aktionen um Wörth wurden ausgetauscht.

Mehrere FotografInnen, zwei frz. Fernsehteams und MitarbeiterInnen des Europaparlaments der Grünen waren anwesend. Etwa 40 Polizisten bilden eine Kette vor dem Bahnübergang, im Hintergrund stehen noch weitere Einsatzkräfte bereit.

Ein Hubschrauber im Tiefflug kündigt die strahlende Fracht schließlich an. (Ich schätze so 20 h) Als der Castor langsam heranfuhr stand - trotz ca. 50 Polizisten die den Bahnübergang abriegeln - plötzlich 30 m links vom belagerten Bahnübergang ein Demonstrant auf den Schienen, der Zug bremste ab, gleichzeitig werden Leuchtfackeln angezündet, schließlich steht der Castorzug. Inzwischen sind mindestens 60 DemonstrantInnen, davon die Hälfte Franzosen, die Hälfte Deutsche zugegen. Ein Großteil der DemonstrantInnen läuft am stehenden Castor vorbei vor die Lok (dahinter sind zwei Personenwaggons voller Polizei und dann drei Castorbehälter vom Typ TN 17/2). Der Castorzug wurde inzwischen schätzungsweise 10 Minuten aufgehalten und rollte dann nur im Schritttempo weiter.

"Rennblockade": immer wieder gelangten AtomkraftgegnerInnen trotz der hohen Polizeipräsenz auf die Schienen. Die Polizei kam kaum hinterher. Die französische Spezialeinheit trieb die Leute mit Knüppeln von den Schienen, ein kurz über die Schienen gespanntes Transparent hat die Polizei den AtomkraftgegnerInnen aus der Hand gerissen. Der Hubschrauber überwacht alles im Tiefflug, dreht schließlich aber ab bzw. fliegt wieder höher. Es gab aber meines Wissens keine ernsthaften Verletzungen außer ein paar blaue Flecken und ähnliches. (Es sei denn die Polizisten die immer wieder über ihre eigene Füße oder das Gleismobiliar stolperten hätten sich verletzt).

"Zähfließender Castorverkehr" so ein Kommentar. Schließlich holt der Castor die DemonstrantInnen ein. Die Polizei hat inzwischen eine Kette gebildet, der Castor kann die AtomkraftgegnerInnen passieren, hält dann aber ohne ersichtlichen Grund ca. 500 m wieder an. Geschätzte Verzögerung bis der Castor wirklich wieder weiterfuhr: 30 Minuten!

Die Herausgabe des Transparentes wurde gefordert (la banderole! la banderole!), viele blieben noch einige Zeit auf den Gleisen, schließlich gingen alle zum Ausgangspunkt zurück. Das Transparent wurde dort zurückgegeben. Ein gemeinsamer Abschluss in einer Kneipe, Kontakte wurden geknüpft und es war schon spät genug (22:30) und es hieß dann:

A la prochaine, bis zum nächsten mal!

Ich denke für alle eine gute internationale Aktion, die zeigte, daß in Frankreich erfolgreich blockiert wird und die Transporte auch hier zunehmend eine sehr gute Möglichkeit sind Öffentlichkeit zu schaffen, gegen den Weiterbetrieb internationaler Atomanlagen zu demonstrieren und wirklich Sand im Atomgetriebe zu sein.

Übersetzung: Markus Pflüger (Initiative für den Atomausstieg Trier)
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Veranstalter: Initiative für Atomausstieg Trier, Koordinationskreis gegen Atomkraft Saar, Aktion 3. Welt Saar, Collectif d'Action Contre l'Enfouissement des D'chets Radioactifs, Nancy; Unterstützt durch das Treffen der Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen u.a.

22.7.: große Kundgebung in Bure/F "Stopp dem atomaren Wahnsinn" Demo gegen die Atommüllendlagerung

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