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282 oktober 2003
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Ziviler Widerstand im Kosovo

Howard Clark: Ziviler Widerstand im Kosovo, Übersetzung von Jobst-Christian Rojahn, 302 Seiten, € 20,00, ISBN 3-88713-57-X, Verlag Weber & Zucht, Steinbruchweg 14a, 34123 Kassel

Dies Buch wirkt der Tendenz entgegen, die Gewaltlosigkeit aus der Geschichtsschreibung zu verbannen. Die Bedeutung der hier behandelten Vorgänge für die Geschichte des Balkans liegt darin, daß sie angesichts der Katastrophe in Bosnien alternative Möglichkeiten aufzeigten und dazu beitrugen, daß der Krieg acht Jahre lang verhindert werden konnte. Die Organisationen, die die Verantwortung für die Sicherheit in Europa für sich beanspruchen, erhielten somit eigentlich Zeit, eine präventive Friedenspolitik zu entwickeln. Howard Clark untersucht die gewaltlosen Aktionen der Kosovo-Albaner, die mit ihrer Selbstbeherrschung und sozialen Solidarität die Unterdrückungsmaßnahmen der Serben mit ihrem extremen Nationalismus ins Leere laufen ließen. Er beschreibt die verschiedenen Stationen dieses Kampfes, die Stärke und das Potential dieser Bewegung, Stagnation und Wiederbelebungsversuche. Er schildert die Erfolge und Grenzen der Gewaltlosigkeit im Kosovo und führt aus, wie sie hätte wirkungsvoller werden können und welche Lehren für Friedenskonsolidierung zu ziehen sind. Unter Heranziehung neuerer Literatur über zivilen Widerstand/gewaltlosen Kampf erfolgt eine Auswertung, die äußerst interessant und bedeutsam für gewaltlose Bewegungen weltweit ist. Schließlich geht er auf das Versagen der internationalen Diplomatie und Regierungen ein, die die Gewaltlosigkeit der Kosovo-Albaner als Selbstverständlichkeit hinnahmen, nicht angemessen auf die Kriegsgefahr reagierten, keine Maßnahmen zur Verhinderung des Krieges ergriffen und so den Krieg erst möglich machten.

Clark war als Koordinator der War Resisters' International (Internationale der KriegsdienstgegnerInnen) während der 90er Jahre an Friedensinitiativen im Kosovo beteiligt und Gründungsmitglied des Balkan Peace Team, das für einen Dialog zwischen Serben und Kosovo-Albanern arbeitete.

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