anarchismus

Horst Stowasser ist tot!

7. Januar 1951 - 30. August 2009

| FAU Ortsgruppe Neustadt a.d.Wstr. Freunde und Genossen aus Neustadt

"Kommunikation ist das Wesen der Freiheit. Zwang kann nicht überzeugen. Macht die Menschen weise und ihr macht sie frei." (William Godwin)

Eine Umfrage unter Mitgliedern der Freien ArbeiterInnen-Union vor ca. zehn Jahren ergab, dass augenfällig viele durch Horst Stowassers Buch " Leben ohne Chef und Staat" zum Anarchismus und zur FAU gestoßen sind.

Horst Stowasser ist am 30. August 2009 im Alter von 58 Jahren in Neustadt an der Weinstraße gestorben.

Aber seine Ideen leben in seinen vielen Publikationen und Projekten weiter und werden auch weiterhin die unterschiedlichsten Menschen erreichen. Menschen erreichen. Dies war sein Anliegen bis zum Schluss und dafür hat er gelebt. Wie ein Magnet zog er Menschen der verschiedensten Glaubensrichtungen, Philosophien und politischen Couleur an. Bei seinen lebhaften und anschaulichen Vorträgen und Lesungen riss er die Menschen mit und begeisterte sie für anarchistische Ideen. Durch seine völlig undogmatische Art schaffte er es, Menschen zusammenzubringen und sie zumindest davon zu überzeugen, dass Anarchismus kein Teufelswerk ist. Ihm war ein ehrlicher Christ, der rücksichtsvoll mit andern Menschen umgeht und ihnen in der Not hilft, lieber als ein Anarchist der seine "wahre Lehre" rücksichtslos auslebt.

Toleranz leben, das war auch sein Anliegen bei den verschiedenen Projekten die er anstieß und bei denen er mitwirkte. "Projektanarchismus" statt theoretischer Strömungen, das war seine Art zu überzeugen. Das Projekt A mit seinen selbstverwalteten Betrieben, Wohnmöglichkeiten und Kulturveranstaltungen war die Initialzündung. Es folgte ebenfalls in Neustadt a.d.Weinstraße ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, bei dem derzeit ein verfallenes Baudenkmal kollektiv so hergerichtet wird, dass den späteren Bewohnern des Gemeineigentums sowohl Gemeinschaftsräume als auch einzelne, abgeschlossene Wohnungen zur Verfügung stehen. Das letzte von ihm mitinitiierte Projekt ist der "Tante-Emma-Laden" in der Fußgängerzone von Neustadt Als Namensgeberin für den gut frequentierten libertäreren Infoladen steht Emma Goldmann.

Sein Wunsch, dass er gemeinsam mit dem von ihm zusammengetragenen "AnArchiv" in den Räumen des Wohnprojektes "Eilhardhof" einziehen kann, wird sich nun leider nicht mehr erfüllen. Aber es würde ihn mit Sicherheit freuen, wenn viele Menschen bei der Fertigstellung dieses Projektes mithelfen würden.

Die Erde möge ihm leicht sein!