Elfriede M.

Wie ein NS-Opfer zur Täterin gemacht wurde

 458 april 2021 Anne S. Respondek

In ihrem Buch „ ‚Gerne will ich wieder ins Bordell gehen...‘ Maria K.s ‚freiwillige‘ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ widerlegt die Historikerin und GWR-Autorin Anne S. Respondek den Mythos der „Freiwilligkeit“ der Frauen in den deutschen Wehrmachtsbordellen, der sich bis heute in der fehlenden Anerkennung der Opfer manifestiert. Basierend auf ihrer Archiv-Arbeit beschreibt Anne S. Respondek in ihrem neuen Artikel für die GWR einen weiteren erschütternden Fall. Die Geschichte von Elfriede M. zeigt wie ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs im Nationalsozialismus nach Auschwitz kam. Anne S. Respondek deckt hier die Mechanismen des dehumanisierenden Umgangs mit den Frauen und der Täter-Opfer-Umkehrung (sog. Victim Blaming) auf und reflektiert ihre Arbeit als Historikerin. (GWR-Red.) Weiterlesen

Sichtbarkeit und Geschlecht

Über die reproduktive Differenz und das Schwangerwerdenkönnen

 457 märz 2021 Antje Schrupp

Lassen sich Frauen und Männer unterscheiden? Auf den ersten Blick scheint diese Frage sinnlos: „Sind die äußeren Unterschiede nicht offensichtlich?“ Aber Männer können wie Frauen und Frauen können wie Männer aussehen. Nichts ist natürlich, und das einzige Merkmal, das wirklich einen kategorialen Unterschied macht, nämlich die Gebärfähigkeit, ist fast das ganze Leben unsichtbar. Über die reproduktive Differenz und das Schwangerwerdenkönnen schreibt für die Graswurzelrevolution Antje Schrupp. (GWR-Red.) Weiterlesen

Feministischer Streik – nicht ohne meine Gewerkschaft

AG Feministische Kämpfe in der FAU Dresden

 457 märz 2021 AG Feministische Kämpfe der FAU Dresden

Warum treten Frauen Gewerkschaften bei? Warum brauchen sie Gewerkschaften überhaupt? Und wenn ja, welche? Die AG „Feministische Kämpfe“ der „Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen-Union Dresden“ stellt sich vor und gibt Einblicke in ihre Aktivitäten und gewerkschaftliche Praxis. Die Gewerkschafter*innen machen ihre Arbeit und Erfahrungen sichtbar und beantworten die Frage, warum es getrennte Frauen*-Gruppe(n) innerhalb der Gewerkschaft gibt. (GWR-Red.) Weiterlesen

Gut und günstig

Die unsichtbare Arbeit der Frauen

 457 märz 2021 Tinet Elmgren

Wer schläft länger – alleinstehende oder verheiratete Mütter? Warum werden Frauen ab der Rente immer glücklicher? Warum kochen Dozentinnen an der Uni noch Kaffee? Auf diese Fragen antwortet Tinet Elmgren, die für die GWR über unsichtbare Arbeit von Frauen und ihre Auswirkungen schreibt. (GWR-Red.) Weiterlesen

„Einfach ein Mensch sein“

The Choice VR: Begegnung mit Frauen nach einer Abtreibung

 456 februar 2021 Monika Kupczyk

Von Argentinien über die USA und Spanien bis nach Polen gehen Frauen auf die Straße, um die Einschränkungen ihres Rechts auf Abtreibung zu bekämpfen. 2016 organisierten Frauen in Polen den „Landesweiten Frauenstreik“, der bis heute andauert. Diese Geschehnisse inspirierten die Regisseurin Joanna Popińska, mit der Technologie VR (virtual reality) eine sogenannte Immersive Dokumentation zum Thema Abtreibung zu entwickeln. Dieses innovative Format ermöglicht uns den Dialog mit Frauen, die über ihre Abtreibungs-Erfahrungen berichten, und lässt uns in ihre Realität eintauchen. Weiterlesen

„Ich wünschte, ich könnte die Regierung abtreiben“

Protestbewegung gegen das Abtreibungsgesetz in Polen

 454 dezember 2020 Monika Kupczyk

Polen hat bislang bereits eines der strengsten Anti-Abtreibungsgesetze. Die Abtreibung ist zugelassen, wenn eine schwere Behinderung des Fötus diagnostiziert wurde, wenn die Gesundheit oder das Leben der werdenden Mutter gefährdet ist oder wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Straftat ist (Vergewaltigung, Inzest). Am 22. Oktober 2020 erklärte das Verfassungsgericht das bislang geltende Recht auf Abtreibung wegen schwerer und irreversibler fetaler Defekte für verfassungswidrig, da es gegen die Bestimmungen zum Schutz des Lebens verstößt. Seither regt sich heftiger Widerstand. Weiterlesen

Die Revolution ist eine Frau!

Proteste gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen

| Monika Kupczyk

Polen hat schon jetzt eines der strengsten Anti-Abtreibungsgesetze. Die Abtreibung ist zugelassen, wenn eine schwere Behinderung des Fötus diagnostiziert wurde, wenn die Gesundheit oder das Leben der werdenden Mutter gefährdet ist oder wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Straftat ist (Vergewaltigung, Inzest). Am 22.10.2020 erklärte das Verfassungsgericht das bislang geltende Abtreibungsgesetz mit dem Recht auf Abtreibung wegen schwerer und irreversibler fetaler Defekte für verfassungswidrig. Seither regt sich heftiger Widerstand. Weiterlesen

Gegen Krone und Patriarchat

Über den Kampf der Frauen Saudi-Arabiens und das falsche Spiel des Tyrannen Mohammed bin Salman

 452 oktober 2020 Jakob Reimann

1. Dezember 2014 an der emiratisch-saudischen Grenze. Die 
damals 25-jährige Loujain al-Hathloul fährt mit dem Auto zurück in ihre Heimat. Saudische Sicherheitskräfte nehmen sie an der Grenze fest. Die junge Frau kommt für 73 Tage hinter Gittern – ihr „Verbrechen“: Sie ist ein Auto gefahren. Loujain hat zwar einen emiratischen Führerschein, doch ist Saudi-Arabien damals das einzige Land auf der Welt, in dem es Frauen per Gesetz verboten ist, hinterm Steuer zu sitzen. Weiterlesen

Femizide und Häusliche Gewalt in Zeiten von Corona

 Über Verharmlosung häuslicher Gewalt im Alltagsleben

 450 sommer 2020 Feministischer 8. März Bündnis Lüneburg

Am 25. April hielten Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre und trans Personen (FLINT*) in Lüneburg eine Kundgebung zum Thema Femizide und häusliche Gewalt ab. Anlass war unter anderem der Femizid an Besma Akinci, welche am 20.04. in Einbeck bei Northeim von ihrem Ehemann getötet wurde. Der folgende Text entstand im Nachgang dieser Kundgebung und wurde von Aktivist*innen des feministischen 8. März Bündnis Lüneburg verfasst. In dem Artikel wird Gewalt gegen FLINT* thematisiert und beschrieben. Das kann retraumatisierend und triggernd wirken. (GWR-Red.) Weiterlesen

Die Schaffende Frau

Radikal freiheitlicher Feminismus in den 1920er Jahren in Dresden

 450 sommer 2020 Josephine Fischer

Die von Aimée Köster in Dresden herausgegebene Schaffende Frau war eine herausragende anarchistisch-pazifistische Frauenzeitschrift der 1920er Jahre. Diese „Zeitschrift für soziale Fragen, Pazifismus, Erziehungs-, Schul- und Frauenfragen, Moden neuer Richtung, Schneiderei und Handarbeiten“ (Untertitel Nr. 25) wurde nicht nur von Anarchosyndikalistinnen gelesen, sondern auch von einem breiten Publikum im deutschsprachigen Raum wahrgenommen. Das Titelbild der Schaffenden Frau Nr. 36 wurde von Käthe Kollwitz gezeichnet. Über die Geschichten, Inhalte und Autor*innen der Schaffenden Frau berichtet im folgenden Artikel Josephine Fischer. (GWR-Red.) Weiterlesen