Es ist nicht der Krieg, der vergewaltigt, es sind konkrete Männer

Sexualisierte Gewalt als Besatzungsstrategie

 470 sommer 2022 Anne S. Respondek

Seit Beginn des Ukrainekriegs hat sich die sexualisierte Gewalt gegen Frauen vervielfacht. Soldaten und Milizangehörige nutzen den Machtraum, den der Krieg für patriarchale Gewalttaten eröffnet, und vergewaltigen zahllose Mädchen und Frauen. Eine besondere Rolle kommt dabei den Vergewaltigungen durch Besatzungssoldaten zu, die mit diesen konkreten sexualisierten Gewaltakten zugleich ihre militärische Überlegenheit und die Hilflosigkeit der unterworfenen männlichen Bevölkerung vermitteln wollen. Ihren Beitrag über die brutalen Kriegsverbrechen in der Ukraine verbindet Anne S. Respondek mit einem Appell, diese Taten nicht länger achselzuckend hinzunehmen. (GWR-Red.) Weiterlesen

„Wo ich herkomme, haben die Frauen Macht!“

Frauengeschichte selbst schreiben

 470 sommer 2022 Claudia Wegener

Das Womenʼs History Museum (WHM, Museum für Frauengeschichte) in Sambias Hauptstadt Lusaka hilft seinem Land, die vergessene Hälfte seiner Geschichte wiederzuentdecken: Die Gründerinnen entreißen unsichtbar gemachte Frauen aus Sambia und benachbarten Ländern dem Vergessen. Unter anderem veröffentlichen sie deren Biografien bei Wikipedia und in Form von ansprechend gestalteten animierten Kurzvideo-Serien. Über diesen erfolgreichen Ansatz, weibliche Gegengeschichte zu schreiben und niedrigschwellig zugänglich zu machen, berichtet Claudia Wegener. (GWR-Red.) Weiterlesen

„Die spezifischen Auswirkungen von Kriegen auf Frauen werden in der Regel ignoriert“

Beratung und praktische Unterstützung für Frauen in der Ukraine

 469 mai 2022 Interview: Silke

Kriege und ihre Folgen treffen Frauen* in besonderem Maß. An genau diesem Punkt setzt der Verein AMICA an, der Frauen in Krisengebieten unterstützt und schon seit mehreren Jahren mit einer lokalen Initiative in der Ostukraine zusammenarbeitet. Im Interview mit der Graswurzelrevolution gibt Cornelia Grothe von AMICA Einblicke in das Engagement in der Ukraine und in die prekäre Situation von Frauen. (GWR-Red.) Weiterlesen

„… aus sanitären Gründen vernichtet“

Julie H.: Ausgegrenzt, verfolgt, vernichtet

 466 februar 2022 Anne S. Respondek

Wenig gesprochen wird über Frauen, die wegen wechselnder Sexualpartner, wiederholter Regelverstöße oder eines anderweitig unangepassten Lebenswandels von den Nazis als „Asoziale“ verfolgt und oftmals ermordet wurden, und kaum eine der Überlebenden wurde rehabilitiert – bis heute. Anne S. Respondek hat die Lebens- und Verfolgungsgeschichte von Julie H., die zudem als „Jüdin“ vom mörderischen Antisemitismus der Nazis betroffen war, erforscht und in ihrem Artikel für die GWR zusammengefasst. (GWR-Red.) Weiterlesen

Corona-Folgen für Frauen im ländlichen Simbabwe

Das Seifenprojekt von Zubo Trust in der Pandemie

 465 januar 2022 Bulemu Mutale und Claudia Wegener

Zubo Trust ist ein Frauenkollektiv in Simbabwe, das u. a. handgemachte Seife produziert, auch unter Pandemiebedingungen. Wie hat sich das Leben der Frauen im Lockdown und mit „Sicherheitsabstand“ verändert? Was sind die Auswirkungen für die gemeinsame Arbeit und die genossenschaftlich geführte Seifenmanufaktur der Zubo-Frauen? In ihrem Artikel für die Graswurzelrevolution tragen Bulemu Mutale und Claudia Wegener Informationen zu dem Projekt zusammen und veranschaulichen die aktuelle Situation. (GWR-Red.) Weiterlesen

„Emanzipatorische Tötungskriminalität“

Wie Gewalt zu Gewalt führt

 463 november 2021 Tinet Elmgren

Das Erleiden jahrelanger Erniedrigungen und körperlicher Gewalt lässt manchen Frauen nur einen Ausweg, um dieser Situation zu entkommen: Den Mord aus Notwehr. Während Frauen in Mordstatistiken einerseits häufiger Opfer von verharmlosend als „Beziehungstaten“ oder „Familiendramen“ bezeichneten Taten sind, morden sie selbst überproportional oft, um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder zu retten. Über diese Fälle schreibt für die Graswurzelrevolution Tinet Elmgren. (GWR-Red.) Weiterlesen

Lied ohne Furcht

Hymne der mexikanischen Frauenbewegung

 463 november 2021 Henriette Keller

In Mexiko werden jedes Jahr rund 4.000 Frauen ermordet, und die überwältigende Mehrheit der Täter geht straffrei aus. Dagegen bildete sich in den vergangenen Jahren eine breite Protestbewegung, und am 8. März 2020 demonstrierten 80.000 Menschen gegen die Gewalt an Frauen in Mexico City, gefolgt von einem Frauenstreik unter dem Motto „Ein Tag ohne Frauen“. Über die Femizide – die massenhaften Morde an Frauen – und das Lied „Canción sin miedo“ (dt. „Lied ohne Furcht“), das in der kämpferischen Aufbruchsstimmung entstanden ist, schreibt für die Graswurzelrevolution Henriette Keller. (GWR-Red.) Weiterlesen