„Solidarität ist das Wichtigste, wenn es um Feminismus geht“

Ein Gespräch mit den Feministinnen Kerstin Wilhelms-Zywocki und Marina Minor

 437 märz 2019 Interview: Bernd Drücke, Marvin Feldmann

Marvin Feldmann: Könnt ihr uns etwas zur Geschichte des 8. März sagen? In welchem Kontext ist dieser Tag zum Frauen*kampftag geworden? Welche Bedeutung hat er heute für euch? Kerstin Wilhelms-Zywocki: Der Frauen*kampftag ist um 1900 herum entstanden, im Kontext der Bewegungen für das Frauenwahlrecht. Da gab es viele verschiedene Gruppierungen, auch bürgerliche wie zum Beispiel … Weiterlesen

Global das Patriarchat bestreiken!

Am 8. März ist Frauenstreiktag

 437 märz 2019 Monika Kupczyk, Tinet Ergazina

In den letzten Jahren sind Frauen immer wieder auf die Straße gegangen, um gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte, gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung zu protestieren. Beispielsweise in Italien, Argentinien, Polen, Südkorea und den USA fanden zahlreiche Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. Ihren Höhepunkt erreichten sie in Spanien, wo sich 2018 mehrere Millionen Menschen an einem Generalstreik beteiligten. Auch in Deutschland hat sich letztes Jahr ein Frauen*streik-Bündnis gegründet, das Einzelpersonen, unterschiedliche Organisationen und Netzwerke mobilisiert, um die Streikbewegung rund um den 8. März aufzubauen (siehe Interview in dieser GWR). Weiterlesen

Ein fauler Kompromiss

Jetzt erst recht! Der Kampf für die Abschaffung des § 219a ist noch wichtiger geworden

 437 märz 2019 Antje Schrupp

Der Paragraf 219a Strafgesetzbuch (StGB) wurde 1933 von den Nazis eingeführt. In ihm heißt es unter der Überschrift „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ in Absatz 1: „Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Seit Jahren kämpfen Feminist*innen für die Abschaffung dieses frauenfeindlichen Relikts aus der Nazizeit. Ende Januar 2019 beschloss die Bundesregierung nicht die Abschaffung des Paragrafen, sondern einen „Kompromiss“, den Antje Schrupp hier für die GWR kommentiert. (GWR-Red.) Weiterlesen