Dystopien & Utopien

Und wozu wir sie brauchen

 461 september 2021 Kerstin Wilhelms

Was Utopien und Dystopien sind, ist nicht so leicht zu klären. Viele verschiedene Begriffsbestimmungen konkurrieren, verschiedene Konzepte werden diskutiert und sind nützlich, um unterschiedliche Aspekte des Utopischen zu beleuchten. Man muss sich unter ‚Utopie‘ und ‚Dystopie‘ also eher einen Diskurs, eine dauerhafte Diskussion um das, was die beiden Konzepte ausmacht, vorstellen denn feststehende Begriffe. Dass sie aber immer wieder diskutiert werden, zeigt auch, dass die beiden Konzepte wichtig sind. Es geht hier also darum, in Kürze den historischen Diskurs des Utopischen und Dystopischen nachzuzeichnen und zu zeigen, was ihn so relevant macht und relevant hält. Weiterlesen

Sie drängen auf die Entscheidung…

Berliner Mieter*innen Amateure gegen den Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU)

 460 sommer 2021 Florian Fuchs

Tönnies kommentiert heute das Classico aus der Hauptstadt. Nicht der Clemens, der schlechter ist, sondern Ferdinand. Der Kartoffelacker hat zwar auch schon bessere Tage gesehen, wirkt aber wirklich angemessen für einen Abstiegsangstkrimi aus der Berliner Landesliga. Wir schalten nun Live nach Berlin, wo sich das Spiel bereits in den Schlussminuten befindet. Unser Reporter Ferdinand Tönnies resümiert das Spielgeschehen und kommentiert für uns die letzten Minuten. Und nun fragen wir uns: „Wird es einen Interessensausgleich geben?“ Weiterlesen

Albert Camus’ „Die Pest“ in Corona-Zeiten

Eine literarische Erinnerung an die Judenrettung in der Résistance und deren kreative Interpretation durch Luis und Lucía Puenzo

 449 Mai 2020 Lou Marin

„Ob Ost, ob West – Nieder mit der Nazi-Pest!“ Jede Aktivist*in kennt diesen Spruch aus zahlreichen Antifa-Demos. Den Nationalsozialismus mit einer Pest-Epidemie verglichen hat auch der französische libertäre Schriftsteller und Anarchosyndikalist Albert Camus (1) in seinem Roman „Die Pest“ (1947) – der in heutigen Corona-Zeiten ganz besonders zu uns spricht. Was viele nicht wissen: Er beschrieb damit die massenhafte Rettung jüdischer Menschen in der Zeit der französischen Résistance von 1941 bis 1944 – eine der größten Aktionen des zivilen Widerstands im Zweiten Weltkrieg. (GWR-Red.) Weiterlesen

Luft zum Atmen

Neu im Kino: Ein Film über linke Gewerkschaftsarbeit

 439 mai 2019 Peter Nowak

Da sitzt Wolfgang Schaumberg im Jahr 2018 in einem Klassenraum vor einer Tafel und erzählt, wie er und viele Genoss*innen mit ihrer Betriebsarbeit vor mehr als 45 Jahren die Weltrevolution vorantreiben wollten. Er berichtet, wie die jungen Linken Kontakte mit Genoss*innen aus Deutschland und Spanien knüpften, die bei Opel arbeiteten. Im Anschluss ist Willi Hajek … Weiterlesen

Nicht um Heimat geht es, sondern um Zugehörigkeit

 439 mai 2019 Antje Schrupp

Fatma Aydemir, Hengameh Yaghoobifarah (Hg.): Eure Heimat ist unser Albtraum. Beiträge von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Margarete Stokowski, Olga Grjasnowa, Reyhan Şahin, Deniz Utlu, Simone Dede Ayivi, Enrico Ippolito, Nadia Shehadeh, Vina Yun u.a.. Ullstein, München 2019, 208 S., 20 Euro Weiterlesen

Pop

Bobo on the Corner oder Sabotage? Stichworte zum Postanarchismus 12

 438 april 2019 Oskar Lubin

Populär war der Anarchismus wohl seit den 1930er Jahren in Spanien nicht mehr. In den popularen Klassen verankert ebenfalls kaum. Das Populare (ohne Umlaut) wird vom Populären abgegrenzt, um die wirklichen Interessen der sozialstrukturell unteren Klassen zu betonen: Popular – vom Lateinischen populus, das Volk – ist das, was das „einfache Volk“ betrifft, populär hingegen das, was große Zustimmung erfährt. Popmusik und Popkultur bewegen sich in der Regel zwischen beidem. Aber weil der Pop nicht notwendigerweise Ausdrucksform der Arbeiter*innenklasse ist, wurde er nicht allzu oft zu einer anarchistischen Angelegenheit. Denn Pop ist immer auch kommerziell. Pop schielt und zielt auf Massengeschmack. Pop braucht den Knalleffekt und keine basisdemokratischen Diskussionen. Weiterlesen